Weißes Gemüse – Oft unterschätzt
Wenn wir über gesunde Ernährung sprechen, denken Viele zuerst an die kräftigen Farben: Rot, Grün, Orange oder Blau/Lila.
Dabei wird eine Gruppe häufig übersehen – weißes Gemüse. Auch in diesen eher unscheinbaren Lebensmitteln steckt eine ganze Menge gesundheitliches Potenzial.
Zu den weißen Sorten gehören unter anderem Blumenkohl, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Champignons, Fenchel, Spargel, Pastinaken, Kohlrabi und Sellerie. Ihnen fehlt die kräftige Farbe, die andere Pflanzen durch sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide oder Anthocyane erhalten, das bedeutet aber keinesfalls, dass sie nährstoffarm sind.
Was macht weißes Gemüse besonders?
Weiße Pflanzen enthalten zwar weniger farbgebende Antioxidantien, dafür punkten sie mit anderen bioaktiven Substanzen. Besonders wichtig sind sogenannte Polyphenole, Flavonoide, Schwefelverbindungen (z. B. in Knoblauch und Zwiebeln) sowie Ballaststoffe.
Ein bekanntes Beispiel ist Allicin aus Knoblauch, das antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Auch Quercetin, das in Zwiebeln vorkommt, wird intensiv erforscht und mit positiven Effekten auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht.
Regelmäßiger Verzehr von weißen Lebensmitteln kann:
- das Herz-Kreislauf-System unterstützen, z. B. durch blutdrucksenkende Effekte (Kalium, sekundäre Pflanzenstoffe)
- entzündungshemmend wirken, vor allem durch Schwefelverbindungen
- durch Ballaststoffe die Verdauung fördern
- das Immunsystem stärken, etwa durch Vitamin C und bioaktive Pflanzenstoffe
Weiß ist nicht gleich farblos!
Ein häufiger Irrtum ist, dass helle Lebensmittel automatisch weniger „wertvoll“ seien. Tatsächlich ergänzen weiße Sorten das Farbspektrum ideal. Während rote, grüne oder violette Pflanzen vor allem antioxidativ wirken, liefern weiße Sorten oft funktionelle Stoffe, die auf Stoffwechsel, Darmgesundheit und Entzündungsprozesse abzielen.
Ernährungswissenschaftlich sinnvoll ist daher nicht die Fokussierung auf eine Farbe, sondern Vielfalt – und Weiß gehört hier unbedingt dazu.
Weißes Obst und Gemüse ist folglich alles andere als langweilig. Es liefert wertvolle Nährstoffe, unterstützt wichtige Körperfunktionen und ergänzt andere Gemüsefarben optimal. Wer abwechslungsreich isst und auch die „stillen Helden“ auf dem Teller berücksichtigt, tut langfristig etwas für Gesundheit, Darmflora und Wohlbefinden.
Mein Tipp: Insbesondere weißes Gemüse lässt sich sehr vielseitig zubereiten – probieren Sie sich einfach etwas aus und kombinieren Sie es nach Belieben.

Intuitiv essen mit Melina
Hier schreibt unsere Autorin:
Melina Will ist Ernährungsberaterin und seit 2022 Partnerin der Amperhof Ökokiste. Über ihren Blog GewusstVegan sind wir auf sie aufmerksam geworden. Melina verblüfft uns mit ihren unkomplizierten und alltagstauglichen Rezepten, die rein pflanzlich sind. Wer ihre Rezepte kennt, weiß, dass sie bodenständig und authentisch kocht ohne Trends nachzueifern. Melina schreibt für uns über monatlich wechselnde Themen, lässt uns teilhaben an ihrem Fachwissen über Ernährung, ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Weg zum intuitivem Essen. Folgen Sie uns und Melina auch in den sozialen Medien.