Wir sind klimafreundlich

Wir wirtschaften klimafreundlich. Aber was heißt das genau?

Für den Begriff „klimafreundlich“ haben wir uns bewusst entschieden, da gewisse Emissionen leider nicht zu vermeiden sind, also im engeren Sinne keine „Neutralität“ besteht. Oberste Priorität bei jeder unserer Aktionen ist immer die Vermeidung von Emissionen und das ist der Unterschied einer „Klimafreundlichstellung“ zum „Greenwashing“: Nur wo Emissionen nicht vermieden oder reduziert werden können, wird durch sinnvolle Maßnahmen kompensiert. Also, die Reihenfolge ist immer:

  1. Vermeiden
  2. Reduzieren
  3. Kompensieren

Als Ökokiste agieren wir seit Beginn mit kleinem CO2-Fußabdruck. Durch 100% Biowaren, Eigenanbau, regionale Lieferanten und verpackungsarme Produkte besteht unser Hauptgeschäft darin, nachhaltig und umweltfreundlich zu wirtschaften. Wir nutzen das Sonnenlicht auf den Dächern des Amperhofes und der Packhalle: Solarenergieanlagen erzeugen Strom. Was wir selbst nicht verbrauchen, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Verschiedene Blühstreifen locken in den warmen Monaten verschiedene Insekten an und geben ihnen Nahrung. In unserer Landwirtschaft betreiben wir am Amperhof und in Hechenwang Humusaufbau, wodurch CO2 im Boden gebunden wird.

Seit 2020 haben alle Ökokisten sich dazu entschlossen, ihre gesamtbetrieblichen Emissionen zu erfassen und auszugleichen. Vorgaben des Kyoto-Protokolls erlauben nur Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Wir als Amperhof Ökokiste gleichen unsere CO2-Emissionen über verschiedene Projekte u.a. in der Region aus. In 2020 ging es um 134 Tonnen, 2021 ca. 110 Tonnen, 2022 ca. 108 Tonnen. Diese beinhalten bspw. den Energieverbrauch des Pack- und Bürogebäudes sowie den Aufwand durch Auslieferung. Durch unsere hauseigene Photovoltaikanlage können wir stets einen größeren Teil unseres Verbrauchs selbst kompensieren. Im Folgenden finden Sie Informationen über die einzelnen Projekte.

2022: Asahan Hydro, Wasserkraftprojekt Indonesien, CER

108 Tonnen CO2 haben wir über ein Laufwasserkraftwerk am Asahan-Fluss beim Tobasee in der Provinz Nord-Sumatera in Indonesien ausgeglichen. Da es sich um ein Laufwasserkraftwerk handelt, muss für das Projekt kein großer Damm oder Stausee gebaut werden. Der natürliche See mit einer Fläche von 1.103 km2 liefert dem Projekt eine jährlich verfügbare Wassermenge.

Ziel des Projekts ist es, emissionsfreie Energie an das Sumatera-Netz zu liefern, ein Netz mit relativ kohlenstoffintensiver Stromversorgung, das sich auf der Insel Sumatera befindet und derzeit keinen Verbund mit dem Netz auf anderen Inseln, z. B. Java und Kalimantan, hat.

Weshalb uns das Projekt für besonders geeignet erscheint:

  • Das Projekt diversifiziert die Stromerzeugungsquellen und verbessert damit die Versorgungssicherheit vor Ort.
  • Es wurden Arbeitsplätze geschaffen, von denen etwa 70% Einheimische der insgesamt mindestens 600 ungelernten Arbeitskräfte eingestellt wurden, während für die Betriebsphase ca. 30 Personen aus der lokalen Bevölkerung beschäftigt sind.
  • Mit dem Betrieb des Projekts werden ca. 1.021.075 t CO2 jährlich eingespart. Es verringert zudem die Abhängigkeit von der Nutzung fossiler Brennstoffe im Energiesektor und verbessert somit die Luftqualität.

Moorrenaturierung in Oberbayern gemeinsam mit anderen Ökokisten (Ausgleich von 60 Tonnen CO2 zuletzt in 2021)

Moore speichern riesige Mengen von Kohlenstoff und schützen das globale Klima als CO2-Senke. Nasse Moore und Feuchtgebiete wurden früher als düstere, schaurige und nutzlose Landschaftsbereiche angesehen. Als solche wurden sie Jahrhunderte lang (und teilweise immer noch) trockengelegt, mit Gräben durchzogen und abgetragen.

Heute sind nur noch 5% der deutschen Moore als natürlich zu bezeichnen. Anders gesagt: 95% der deutschen Moore sind in einem ökologisch schlechten Zustand. Durch eine Renaturierung bzw. Wiedervernässung der Moore können die CO2-Emissionen verringert bzw. gestoppt werden. Ziel ist es, den Klimaschutz nicht in andere Länder zu verlagern, sondern direkt vor der Haustüre anzupacken. Zudem trägt die Renaturierung der Moore nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern auch zum Arten- und Hochwasserschutz. Denn Moore sind ein Lebensraum für viele seltene, bedrohte und spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Allein im Trischelfilz bei Murnau gibt es Sonnentau, Bläulinge und die gerandete Jagdspinne. Moore nehmen zudem Wasser wie ein Schwamm auf. Bei starken Niederschlägen geben sie das Wasser zeitversetzt wieder ab und können somit zum Hochwasserschutz beitragen.

Moorbesichtigung im Juli 2022 mit dem Verband der Ökokisten
Moorbesichtigung im Juli 2022 mit dem Verband der Ökokisten
Moorbesichtigung in Rosenheim / Nicklheim
Moorbesichtigung in Rosenheim / Nicklheim
Moorbesichtigung in Rosenheim / Nicklheim
Moorbesichtigung in Rosenheim / Nicklheim
Heidelbeeren im Dickicht
Heidelbeeren im Dickicht

Weshalb uns das Projekt für besonders geeignet erscheint:

  • Regionale bzw. deutschlandweite Klimaschutzmaßnahme
  • Erhalt der heimischen Pflanzen- und Tierarten
  • Schaffung eines dauerhaft naturbelassenen bzw. renaturierten Moor

Im Raublinger Moor bei Rosenheim konnte die Stiftung Greensurance das besonders schützenswerte Brandfilz erwerben. Für 2,2 Hektar davon ist der Verband Ökokiste e.V. nun Pate. Das Brandfilz wird mit den Beiträgen der rund 50 deutschen Ökokisten-Betriebe unter der fachkundigen Leitung der Stiftungsmitarbeiter renaturiert. So kann es langfristig als CO2-Senke dienen.

2021: Tropical Mix Land Reforestation, Aufforstungsprojekt in Panama, Gold Standard VER

Die übrigen 50 Tonnen CO2 von 2021 glichen wir mit der Aufforstung von gemischten, tropischen Baumarten in Panama aus. Im Jahr 2020 haben wir bereits 100 Tonnen darüber kompensiert. Panama verliert jedes Jahr mehr als 1 Prozent seiner Primärwaldfläche. Einst reich an Wäldern mit großer Biodiverstiät, wurde das Projektgebiet in landwirtschaftliche Weideflächen für intensive Rinderhaltung umgewandelt, was zur Zerstörung des bestehenden Ökosystems führt. Insgesamt sollen 13.385 Hektar wiederhergestellt werden, das Projekt läuft seit 1995 und dauert bis 2025. Doch auch darüber hinaus bleibt die Aufforstung erhalten und gibt den Menschen vor Ort einen sicheren Arbeitsplatz. Insgesamt sollen dadurch 1.330.758 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Projektbereiche sind unterteilt in mehrere Fincas (Kleinbetriebe), die alle nach demselben Forstwirtschaftsplan bewirtschaftet werden. Das Projekt legt auch Bereiche fest, auf denen eine faire Produktion von Bio-Kakao und nachhaltigem Holz stattfindet; die Waldbewirtschaftung ist nach FSC (Forest Stewardship Council), die Kakaoproduktion nach UTZ zertifiziert. 

Weshalb uns das Projekt für besonders geeignet erscheint:

  • Schutz der biologischen Vielfalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen
  • Alle 150 einheimischen Projektmitarbeiter erhalten einen Lohn über dem gesetzlichen Minimum, einschließlich Krankenversicherung und Pensionskasse. Sie haben auch optionale Vorteile einschließlich einer Lebensversicherung, Aus- und Weiterbildung und für das ärmste Viertel der lokalen Bevölkerung Schulgeldzuschüsse, die aus dem Projekt gewährt werden.
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung, Programme und Schulungen für Einheimische

2020: Guacamaya, Energie aus Laufwasserkraft, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, CDM, Gold Standard

34 Tonnen CO2 glichen wir mit dem Aufbau von Wasserkraftwerken in Mittelamerika aus, das reduziert jährlich insgesamt 40.000 Tonnen. Das Guacamaya Programm unterstützt seit 2012 die Entwicklung kleiner, an das staatliche Stromnetz angeschlossener Laufwasserkraftwerke in abgelegenen und unterentwickelten Regionen der Länder mit dem Ziel Armut und Ungleichheit im ländlichen Raum zu verringern, die Gesundheit zu verbessern, Bildungsmöglichkeiten zu erweitern und das Wirtschaftswachstum zu fördern. So werden neben einer Verbesserung der lokalen Infrastruktur Arbeitsplätze geschaffen und das Bildungswesen gestärkt.

Die Wasserkraftwerke verfügen mit einer installierten Leistung von maximal 15 MW über moderne Technologie, die sich den örtlichen Gegebenheiten optimal anpasst und vollständig von den Kommunen betrieben und verwaltet werden kann. Strenge Anforderungen im Hinblick auf Überwachung und Berichterstattung garantieren minimale Umweltauswirkungen. Darüber hinaus wurden Aufforstungs- und Wiederaufforstungsmaßnahmen sowie Programme zur Sozial- und Umwelterziehung durchgeführt.

Die Registrierung nach CDM und zusätzlich dem Gold Standard stellt sicher, dass alle relevanten Indikatoren für den Beitrag des Programms zu einer nachhaltigen Entwicklung überwacht und über die gesamte Laufzeit garantiert werden.

 

Weshalb uns das Projekt für besonders geeignet erscheint:

  • Übergang zu einer kohlenstoffarmen und umweltfreundlichen Energieproduktion
  • Schaffung von 74 Vollzeitarbeitsstellen für Männer und Frauen in den ländlichen Projektregionen
  • Moderne Technologie ermöglicht einen minimalen Eingriff in die Natur