Chicorée im Treibhaus

Pünktlich zur kalten Saison kommt auch der Chicorée zurück. Er mag es besonders dunkel, denn Chicorées sind Kellerkinder. Die auf dem Feld gezogenen Rüben treiben im Winter in Wasserkästen in dunklen Treibhäusern. Am Obergrashof konnten wir sehen, wie sie hinter einer großen Holztür wachsen.

Die Rüben werden auf eine Länge gebracht dicht nebeneinander in wassergefüllte Kisten gestellt, sodass sie nicht umfallen können. Die Kisten werden dann in einem speziellen Gestell in sieben Etagen übereinander gestapelt. Bis zur Ernte zirkuliert temperiertes Wasser in einem geschlossenen Kreislauf durch die Kisten. Innerhalb von drei Wochen treiben aus den Rüben die bekannten dichten Sprosse mit den hellgelben Blättern.

Früher hat man die Rüben auch in feuchter Erde getrieben. Dieses Verfahren ist jedoch zu aufwändig und wird daher heute nur noch sehr selten angewendet.

Doch bevor die Treiberei losgeht, muss der Chicorée vorgezogen werden. Zwischen April und Mai werden die Chicoréesamen auf dem Acker ausgesät. Über Sommer entwickeln sich daraus Pflanzen, die dem Löwenzahn sehr ähnlich sehen und wie dieser zur Familie der Korbblütler gehören. Unterirdisch bildet der Chicorée eine etwa 15 Zentimeter lange und 3-5 Zentimeter dicke Rübe, die für das spätere Treiben wichtig ist.

Im Herbst, wenn die Rüben die richtige Dicke haben, werden sie – ähnlich wie Möhren – geerntet und bis zum Treiben in einem Kühlhaus zwischengelagert. Bei Temperaturen zwischen -1 und 0 Grad Celsius lassen sich die Rüben ohne nennenswerten Qualitätsverlust über einige Monate lagern. Auf diese Weise kann Chicorée bis zum Frühsommer angeboten werden.
(Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft)